Laureta Hajrullahu
In Zusammenarbeit mit Residency.ch ermöglicht Kino Kosova aufstrebenden, kosovarischen Künstler:innen während eines zweimonatigen Aufenthalts in der Schweiz ihre künstlerische Praxis zu vertiefen und sich mit der lebendigen Kulturszene in Bern zu vernetzen. Das Artist in Residence Programm knüpft an den zentralen Grundsatz des Festivals an: durch künstlerisches Schaffen neue Perspektiven zu eröffnen, Austausch und Auseinandersetzung anzuregen und als Brücke zwischen verschiedenen Kulturszenen zu wirken.
In diesem Jahr nimmt die bildende Künstlerin Laureta Hajrullahu am Residency Programm teil. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit den Grenzen zwischen virtueller und physischer Welt sowie mit Intimität, Gender und digitalen Ökosystemen. Sie arbeitet mit digitalen Medien und Textilien.
In Dialogue
Anita Muçolli
Als zusätzliches Format wird in dieser Festivalausgabe Anita Muçolli in Dialog mit dem Festival und dessen Thematik treten. Sie ist eine Schweizer Künstlerin mit kosovarischen Wurzeln, die sich in ihrem Schaffen mit der psychologischen Wirkung von Objekten, Gebäuden und Räumen beschäftigt.
Die Ergebnisse der künstlerischen Auseinandersetzungen sind während des Festivals an verschiedenen Orten im PROGR Kulturzentrum anzutreffen, insbesondere im Ausstellungsraum Labor im Kulturzentrum PROGR.
Zudem findet am Samstag, 12. September ein Künstler:innen-Gespräch statt, welches die Arbeiten der beiden Künstlerinnen aufnimmt (Siehe den Zeitplan).
Das Artist in Residence Programm wird unterstützt von:
Biographie
Laureta Hajrullahu (*1997) is a visual artist based in Prishtina who explores the shifting boundaries between the virtual and physical realms. Through installations, video works and game-based environments, she constructs speculative landscapes that challenge conventional notions of identity, space and “reality” itself. Her work resonates with a generation that is living an increasingly hybrid life.
Working with industrial fabrication and synthetic materials, Hajrullahu builds intricate installations that blend technology and fiction, creating immersive and seemingly living environments where human presence is no longer central.
Her research spans plants and particles, clouds and computer memory, bringing together scientific, aesthetic, and speculative perspectives. Through this approach, she cultivates attentiveness to materials and opens space for alternative narratives and counter-histories to emerge.
Laureta Hajrullahu has participated in numerous exhibitions, including the Biennale Manifesta 14, at the National Gallery of Kosovo, Zona Sztuki Aktuelnej, Bazament Art Space in Tirana, FORUM STADTPARK in Graz, Tallinn Art Hall, Art Quarter in Budapest, Vänersborgs Konsthall with GIBCA Extended and the Museum of Contemporary Art in Montenegro. She was an Artist in Residence at the Academy of Art in Szczecin, scholarship holder of St.AiR and shortlisted for the Young Visual Artist Award.

Anita Muçolli (*1993) ist eine Schweizer Künstlerin mit kosovarischen Wurzeln.
Anita Muçollii beschäftigt sich mit der psychologischen Wirkung von Objekten, Gebäuden und Räumen. Dabei geht sie von Bestehendem aus und versetzt dieses in eine neue Konstellation, in ein neues Material oder eine neue, geglättete Formensprache. Diese Vorgehensweise der Entfremdung und Zuspitzung ermöglicht die konzentrierte Betrachtung der Ausdrucksqualitäten von Räumen und Gegenständen sowie der sozialen und politischen Absichten, die hinter ihrer Formgebung stehen. Muçolli nimmt dabei den westlichen Fortschrittsglauben aufs Korn, der sich an der Überzeugung, alle Probleme der Menschheit mit stets neuen Technologien lösen zu können, bemisst. Was sich auf der einen Seite als auf Effizienz getrimmtes, glattes Design präsentiert, lässt auf der anderen Seite immer klarer einen eklatanten Verlust an Spirituellem, Emotionalem oder Ethischem erkennen. Diese Mischung aus Optimismus, Leistungsdenken, aber auch Angst kleidet sich in zwiespältige abstrakte Formen, die Muçolli untersucht und dabei das Abhandenkommen von humanen Dimensionen in unseren Gesellschaften als Preis für technologische Perfektion thematisiert.
Anita Muçolli hat ihre Arbeiten in zahlreichen Gruppenausstellungen präsentiert, darunter: ifa Galerie Berlin; Autostrada Biennale Prizren; Tirana Art Weekend, Albanien; Widefield in Genf; Kunsthaus Baselland; Kunsthaus Langenthal; Kunsthalle Palazzo, Liestal; Museo Villa dei Cedri, Bellinzona; Nationalgalerie des Kosovo, Pristina; Westfälischer Kunstverein, Münster; Galerie von Bartha, Basel; dem Kunst und Kulturzentrum Montabaur; sowie bei den Swiss Art Awards in Basel.
Ihre erste Einzelausstellung fand in der Sattelkammer Bern statt, gefolgt von der Liste Art Fair Basel, Kulturfolger Zürich, Centre d'art contemporain Yverdon-les-Bains und dem Kunsthaus Biel Centre d'art Bienne (KBCB). Sie wurde mit dem Manor Kunstpreis 2026, dem Kiefer Hablitzel I Göhner Kunstpreis 2022, sowie Helvetia Kunstpreis 2021 ausgezeichnet, und war für den Swiss Art Award 2024, den Shizuko Yoshikawa Award 2024 sowie den Prix Mobilière 2026 nominiert.
Ihr Bachelorstudium (2020) und ihr Masterstudium (2022) absolvierte sie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.

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