Artist Talk
Artist Talk
Sa 12.9. | 16:00 Das Lehrerzimmer
Sa 12.9. | 16:00 Das Lehrerzimmer
Kuratorin Elise Lammer im Gespräch mit Artist in Residence Laureta Hajrullahu und Anita Muçolli. Im Zentrum Elise Lammers transdisziplinären Praxis steht die Rolle von öffentlichen und privaten Räumen, sowie die Konstruktion und der Ausdruck von Identität. Das Gespräch beleuchtet die künstlerischen Praktiken der Künstlerinnen und spürt gemeinsame Fragestellungen und Berührungspunkte auf.


Elise Lammer (*Lausanne, Schweiz) ist Kuratorin, Forscherin und Autorin. Im Zentrum ihrer transdisziplinären Praxis steht die Rolle von öffentlichen und privaten Räumen bei der Konstruktion und dem Ausdruck von Identität. Dabei untersucht sie, was dominante historische Narrative sichtbar machen – und was sie an den Rand drängen.
Lammer kuratiert aktuell Paper Tears, ein Projekt von Claudia Pagès Rabal, das Katalonien bei der diesjährigen Biennale von Venedig vertritt. Zudem promoviert sie am Institut Kunst Gender Natur in Basel und an der Universität Linz. Ihre Forschung widmet sich dem Garten des britischen Künstlers, Filmemachers, Autors und LGBTQ+-Aktivisten Derek Jarman (1942–1994).
Sie hat zahlreiche internationale Ausstellungen kuratiert, unter anderem am Calouste Gulbenkian Museum in Lissabon, mumok in Wien, MACRO in Rom, Schinkel Pavillon in Berlin, Centre culturel suisse in Paris und MAMCO in Genf.
___
Laureta Hajrullahu (*1997) ist eine bildende Künstlerin und lebt in Prishtina. In ihrer Arbeit untersucht sie die fliessenden Grenzen zwischen virtuellen und physischen Welten. Mit Installationen, Videoarbeiten und spielbasierten Umgebungen entwickelt sie spekulative Landschaften, die Vorstellungen von Identität, Raum und Realität hinterfragen.
Hajrullahu arbeitet mit industriellen Fertigungstechniken und synthetischen Materialien und verbindet Technologie und Fiktion zu immersiven, scheinbar lebendigen Umgebungen. Ihre Forschung reicht von Pflanzen und Partikeln bis zu Wolken und Computerspeichern und verbindet wissenschaftliche, ästhetische und spekulative Perspektiven. Dabei richtet sie den Blick auf Materialien und eröffnet Räume für alternative Erzählungen und Gegengeschichten.
Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei Manifesta 14, in der Nationalgalerie des Kosovo, der Tallinn Art Hall und dem Museum of Contemporary Art in Montenegro gezeigt. Sie war Artist in Residence an der Academy of Art in Szczecin und Stipendiatin von St.AiR.
___
Anita Muçolli (*1993) ist eine Schweizer Künstlerin mit kosovarischen Wurzeln. In ihrer Arbeit untersucht sie die psychologische Wirkung von Objekten, Gebäuden und Räumen. Ausgehend von Bestehendem überführt sie dieses in neue Konstellationen, Materialien und Formen. Durch die Entfremdung und Zuspitzung macht sie die ästhetischen, sozialen und politischen Dimensionen von Gestaltung sichtbar.
Muçolli hinterfragt dabei insbesondere den westlichen Fortschrittsglauben und die Vorstellung, gesellschaftliche Probleme durch technologische Innovation lösen zu können. Ihre Arbeiten thematisieren die Spannung zwischen Effizienz, Optimierung und Zukunftsversprechen auf der einen und dem Verlust von emotionalen, spirituellen und ethischen Dimensionen auf der anderen Seite.
Ihre Arbeiten waren unter anderem in der ifa Galerie Berlin, bei der Autostrada Biennale Prizren, im Kunsthaus Baselland, in der Kunsthalle Palazzo und der Nationalgalerie des Kosovo zu sehen. 2026 erhielt sie den Manor Kunstpreis. Weitere Auszeichnungen sind der Kiefer Hablitzel | Göhner Kunstpreis 2022 und der Helvetia Kunstpreis 2021. Muçolli studierte an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.