Im Jahr 2026 entfaltet sich das Kino Kosova Film Festival als eine gemeinsame Reise durch zwei Städte, verbunden als eine fortlaufende Erzählung. Statt zweier getrennter Veranstaltungen versteht sich die diesjährige Ausgabe als Dialog, der an einem Ort beginnt und an einem anderen weitergeführt wird – geprägt vom jeweiligen Kontext, vom Publikum und von den Filmen selbst.
Zürich markiert den Auftakt für das Gespräch des Festivals. Es werden Themen eingeführt, Fragen aufgeworfen und Filme begegnen ihrem ersten Publikum. Mit Screening, Diskussionen und Begegnungen setzt das Festival den Ton für einen Austausch, der über Grenzen und gefestigte Perspektiven hinausreicht.
Die 5. Züricher Ausgabe steht unter dem Thema Zwischen Widerstand und Paradies: Geschichten von Überleben und Hoffnung.
Die Geschichte des Kosovo, gezeichnet von Kämpfen und zugleich von Resilienz getagen, erinnert uns daran, dass Überleben und Hoffnung keine abstrakten Ideen sind. Sie sind gelebte Erfahrungen, weitergegeben über Generationen hinweg und über Grenzen hinweggetragen.
Heute sind diese Geschichten von dringlicher Aktualität. In einer Welt, die zunehmend von Ungleichheit gespalten ist, in der neue Konflikte enstehen und Migrationsbewegungen auslösen, hallen die Stimmen aus dem Kosovo und der Region weit über diese hinaus. Sie sprechen zu allen, die für Würde gekämpft, von Freiheit geträumt oder nach Zugehörigkeit gesucht haben.
Doch je grösser die Komfortzonen in privilegierten Teilen der Welt werden, desto grösser wird auch die Gefahr des Vergessens. Erinnern wir uns an den Preis des Friedens, wenn er einmal erreich tist? Leisten wir weiterhin Widerstand, wenn Bequemlichkeit unsere sinne abstumpft? Oder erzeugt das Streben nach Sicherheit genau jene Ignoranz und Unsicherheit, die sie letztlich selbst bedrohen?
Das Thema versteht sich als Einladung zur Reflexion. Indem wir zu den Ursprüngen zurückkehren – zu unseren Geschichten, unseren Wunden, unseren Errungenschaften – entdecken wir die Kraft des Kinos neu: als Form des Widerstands und zugleich als Ort der Zuflucht.
Bern setzt diese Reise im September mit der 7. Ausgabe fort. Ausgehend von derselben Vision werden die Fragen des Festivals in einem neuen Kontext gestellt, sodass die Geschichten anders nachhallen und die Gespräche an Tiefe gewinnen können.
Über beide Kapitel hinweg bleibt das Kino Kosova Film Festival dem Kino als Ort der Reflexion, des Dialogs und der Verbindung verpflichtet.